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Wer nicht sehen will, muss fühlen. Eine Kritik der Rede vom multisensorischen Recht (Teil III)

Beitrag von Klaus F. Röhl vom 10. Februar 2012 aus der Kategorie Visuelle Rechtskommunikation | Keine Kommentare »

(Fortsetzung des Beitrags vom 5. Februar 2012)
V. Themen, die für das multisensorische Recht in Anspruch genommen werden
1) Rechtsvisualisierung
Bei der Rechtsvisualisierung geht es darum, Rechtskommunikation auf der operativen Ebene ins Visuelle zu übersetzen. Sozusagen die Initialzündung gab die Entdeckung der Bilder in historischen Rechtsquellen. Brunschwig, nachdem sie die historischen Beispiele gründlich durchgemustert hatte, kam zu dem Schluss, dass es möglich und ratsam sei, den Inhalt von Rechtsnormen durch Bilder zu kommunizieren. Ob es überhaupt sinnvoll ist, die Textorientierung der Jurisprudenz zu bekämpfen, mag dahinstehen. Inzwischen lässt sich beobachten, dass die direkte Visualisierung von Rechtsinhalten nicht recht gelingen will. Dafür geben Brunschwigs eigene Normbilder das beste Beispiel. Sie werden als leuchtendes Beispiel viel zitiert, dienen aber nirgends als Vorbild.
Das statische Normenbild, das Brunschwig ursprünglich im Sinn hatte, hat sich – vorsichtig gesprochen – nicht durchgesetzt. Aber auch andere Initiativen zur Visualisierung von rechtlichen Inhalten mit statischen Bildern sind erlahmt. Ein Anlauf, der wichtigsten juristischen Zeitschrift, der Neuen Juristischen Wochenschrift aus dem C. H. Beck Verlag, ihre Artikel mit professionellen Grafiken zu versehen1, ist stecken geblieben. Die immer wieder propagierten Mindmaps haben keine Anhänger gefunden. Auch die Ausbildungsliteratur hat sich nicht auf die Bilder gestürzt, und Jura-Comics sind kein Erfolg 2.
Gelegentlich werden statische Bilder für Details der Wiedergabe von Sachverhalten genutzt. Leistungsfähig sind Visualisierungen dagegen, wo nicht konkrete Norminhalte, sondern abstrakte Strukturen dargestellt werden. Und so werden sie auch mehr oder weniger häufig heute in Lehrbüchern und Repetitorenskripten eingesetzt. Doch selbst abstrakte Visualisierungen werden ihrerseits schnell zum Problem, wenn zu viel Variablen hineingepackt werden. Ein spezifischer Anspruch des MSR besteht darin, parallel zur Rechtsinformatik beim Umgang mit der Komplexität des Rechts zu helfen (Brunschwig 2011:575 ff). Ein Beispiel, dass im MSR-Forum 3 zur Demonstration der Möglichkeit zur Reduktion von Komplexität durch Visualisierung angeführt wird, stammt von Bommarito und Katz, die versucht haben, die Komplexität des United States Code abzubilden.4

Bild hier

Ich muss gestehen, dass für mich der einschlägige Wikipedia-Artikel hilfreicher war. Das soll nicht heißen, dass Visualisierungen als Hilfe zum Umgang mit rechtlicher Komplexität nicht geeignet wären. Aber es kommt doch sehr darauf an, welche Fragestellung bearbeitet werden soll und wie die Visualisierung gehandhabt wird.
Die professionelle Rechtskommunikation läuft nach wie vor praktisch ausschließlich über Wort und Schrift. Das bedeutet nicht, das die Visualisierung nicht voranschreitet, oder genauer, dass der blanke Fließtext nicht auf dem Rückzug wäre. Das geschieht an vielen Baustellen gleichzeitig und in kleinen Schritten. Zu beobachten ist eine fortschreitende Funktionalisierung und auch Ästhetisierung des Textes, und zwar auch in der professionellen Rechtskommunikation. Der große Anlauf, die Rechtskommunikation durch Legal Design zu verbessern oder gar zu reformieren, ist jedoch stecken geblieben. Auf dieser Spur fährt aus der MSR-Gruppe Susanne Hoogwater, die in den Niederlanden eine Praxis als legal information designer führt. Ihr Vorhaben, das »Kleingedruckte« in eine nutzerfreundliche Form zu bringen, scheint bisher kein vorzeigbares Ergebnis zu haben.5
Schwerpunktmäßig hat sich das Interesse von den statischen auf die bewegten Bilder und die Verbindung von Bild und Ton verlagert (Brunschwig 2011:593ff, 615). Die Darstellung von Rechtsinhalten mit Videos oder Filmen, die Bilder mit Sprache verbinden, gelingt ohne große Probleme. Sie gelingt so gut, dass ein Hamburger Rechtsanwalt jeden Monat einen neuen Vodcast zum Urheber- und Medienrecht auf seine Internetseite stellt.6 Der praktische Anwendungsbereich beschränkt sich jedoch auf Filme zur Rechtsinformation des Publikums 7 oder Episodenfilme8, die für die Juristenausbildung gedacht sind.
Einige Forumsteilnehmer haben als Beispiel die Visualisierung von Verträgen eingebracht. Hier gibt es wohl in der Tat sowohl Möglichkeiten wie Bedarf. Aber es handelt sich nicht eigentlich um Rechtsvisualisierung, sondern die Visualisierung von Abläufen und Netzwerken. So richtig überzeugende Beispiele habe ich aber noch nicht gesehen.9
Alles in allem ist die anfängliche Euphorie (die ich bis zu einem gewissen Grade geteilt habe) verflogen. Mit der Rechtsvisualisierung liegt ein bisschen wie mit der Mediation. Alle sind davon überzeugt, dass hier ein geeignetes Instrument zur Verfügung steht. Doch es wird nicht genutzt. Die erst im November 2011 erschienene Dissertation von Aiman Khalil »Visuelle Jurisprudenz« 10 endet mit dem Satz: »Die heutigen Möglichkeiten lassen die berechtigte Hoffnung zu, dass eine völlige Visualisierung der Normen und Gesetze in der Jurisprudenz in der Zukunft umsetzbar sein wird.« Woher der Verfasser diesen Optimismus nimmt, ist mir schleierhaft.

2) Sensationen auf der Objektebene des Rechts

Ich hätte zunächst die Frage erwartet, ob und wie das Recht die Nutzung der Sinneskanäle regelt. In den einschlägigen Texten habe ich sie nicht gefunden. Deshalb will ich sie selbst andeuten. Die Sinneswahrnehmung lässt sich nicht einfach gebieten oder verbieten. Immerhin lässt sich verordnen, dass nur bestimmte Dinge angesehen werden dürfen, dass man hier und da nicht lauschen soll. Religion, Anstand und Moral mögen in manchen Situationen fordern, dass man den Blick abwendet. Aber rechtliche Verbote sind eigentlich nur als Ortsverbote denkbar. Selbst das Ansehen kinderpornografischer Bilder an sich ist nicht verboten. Verboten sind immer nur Besitz-, Beschaffungs- und Vorbereitungshandlungen. Reguliert ist vor allem die Verwendung technischen Geräts zum Sehen oder Hören und die Herstellung und Verbreitung von Ton- und Bildaufnahmen. Die Nase kann man schon gar nicht kommandieren. Nur das Fühlen und Schmecken lässt sich regulieren, weil diese Sinne nicht berührungslos arbeiten. Und tatsächlich ist ja das Berühren vieler Gegenstände untersagt. Das Berühren fremder Körper ist ohne Zustimmung der Betroffenen ein Eingriff in die rechtlich geschützte Privatsphäre. Eine Geschmacksprobe ist oft nur nach vorheriger Wegnahme oder Sachbeschädigung möglich.
Grundsätzlich ist es rechtlich untersagt, andere Menschen am Gebrauch ihrer Sinnesorgane zu hindern. Das ist schlicht ein Ausfluss der allgemeinen Handlungsfreiheit. Erst recht ist es verboten, die Sinnesorgane eines anderen Menschen zu verletzen. Das läuft auf Körperverletzung hinaus. Aber das ist alles mehr oder weniger trivial, vor allem aber, kommt die Sinneswahrnehmung nur indirekt ins Spiel. Wollte man aber alle Sachverhalte, die indirekt für die Sinneswahrnehmung relevant sind, für ein »multisensorisches Recht« reklamieren, dann wäre das Gebiet grenzenlos. Man müsste z. B. das ganze Immissionsschutzrecht, soweit es Gerüche, Geräusche und Lichteinwirkungen betrifft, dem MSR zuschlagen. Dass man sich auf dieser Ebene bewegt, zeigt ein Forumsbeitrag, in dem darauf hingewiesen wird, dass zurzeit darüber diskutiert wird, ob für geräuscharme Elektroautos Krachmacher vorgeschlagen werden sollen.11
In den USA sind in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre drei einschlägige Bücher erschienen, die alle aus dem Umfeld der Critical Legal Studies kommen. Es handelt sich um die Monographie »Bodies of Law« von Alan Hyde 12 und die Sammelbände »Thinking through the Body of Law«13 sowie »Law and the Senses. Sensational Jurisprudence«14. Auf den letzteren Band beruft sich auch Brunschwig (2011: 599), ohne aber seine Fragestellung wirklich zu rezipieren. Oberflächlich betrachtet haben die darin behandelten Themen nur indirekt etwas mit den Sinnen zu tun. Es geht etwa um die Rechtsprechung zum Behandlungsabbruch bei anscheinend bewusstlos Kranken, die auf keinen Sinnesreiz mehr reagieren15, um die englisch-amerikanische Beweisregel, nach der Zeugen vom Hörensagen nicht zugelassen werden, um den rechtlichen Aspekt von Veränderungen des Körpers durch Piercing, Tattoos oder kosmetische Operationen, die vorübergehende und bleibenden Gefühle mit sich bringen, um Gerüche als Warenzeichen16 oder um Gesetze aus historischer Zeit, mit denen der Luxuskonsum von Lebensmitteln gebremst werden sollte17. Doch alle Beiträge verbindet die These, dass das Recht den Sehsinn privilegiere und der Blick wiederum gilt als Instrument von Macht und Herrschaft.18
Der Sensual Turn der Humanwissenschaften versteht sich zum Teil als eine Reaktion auf die vermeintliche Dominanz des Gesichts in der westlichen Kultur.19 Sie soll ihren Ausdruck im wissenschaftlichen Rationalismus finden und wird nicht nur mit der Schrift, sondern auch mit den visuellen Beobachtungs- und Verbreitungsmedien in Verbindung gebracht. Alle Übel der Welt werden der Tyrannei des Auges zugeschrieben, der wissenschaftliche Blick, der kapitalistische Blick, der erotische Blick, der rassistische Blick, der patriarchalische Blick und natürlich der observierende Blick des Staates. Auch das Recht selbst, so der kritische Ansatz, soll an der Konstruktion dieser Hierarchie beteiligt sein.
Man könnte zum Beleg der Dominanzthese einen Vergleich der Schmerzensgeldbeträge für den Verlust des Augenlichts, des Gehörs, des Geschmacks usw. bemühen.20 In Deutschland wird der Totalverlust des Augenlichts mit etwa 300.000 EUR entschädigt, der Verlust des Gehörs mit 50.000 EUR. Aber diese Beweisführung wäre sicher zu grob. Differenzierter argumentiert Hibbitts.21 Amerikas Kultur sei zuallererst eine Kultur des Sehens. Dafür seien nicht erst Foto, Film und Fernsehen verantwortlich, sondern die fundamentale Abhängigkeit dieser Kultur von der Schrift. Der traditionelle Amerikaner sei zugunsten alles Sichtbaren voreingenommen, und dieser visuelle Bias habe seine Ursache in der sozialen Prominenz des geschriebenen Wortes. Hibbitts Beweisführung wirkt auf den ersten Blick allerdings mindestens über¬raschend. Weit ausholend beschreibt er die Fülle der bildhaften Metaphern der Rechtsprache. Dabei betont er, dass die amerikanische Rechtssprache bildhafte Metaphern gegenüber solchen bevorzugt, die andere Sinneserfahrungen ansprechen. Bei der Übersetzung ins Deutsche geht der Sinnesbezug der Metaphern leicht verloren. Daher ein Zitat:
»We frequently consider law itself as a looking: we ›observe‹ it; we evaluate claims ›in the eye of the law‹; our high courts ›review‹ the decisions of inferior tribunals. Alternatively, we speak of law as something one would usually look at: it is a ›body‹, a ›text‹, a ›structure‹, and a ›seamless web‹.« 22
Hibbitts unternimmt seine Analyse, um zu zeigen, dass sich die visuellen23 Metaphern mit der elitären Geistes¬hal¬tung der traditionellen Ostküsten-Eliten den sog. WASPs, den White Anlo-Saxon Protestants, verbinden, während die jüngeren Minder¬hei¬ten aurale Metaphern bevorzugen, indem sie etwa nach »voice« verlangen. Die Jurisprudenz und die rechtlichen Institu¬tionen be-fän¬den sich in der Hand von Gruppen, die eine besondere Kompetenz im Umgang mit der Schrift und deshalb eine Vorliebe für das Visuelle entwickelt hätten. Frauen, auch wenn sie meistens lesen und schreiben konnten, seien doch viel mehr auf das Gespräch ausgerichtet gewesen, auch bei Katholiken und Juden haben das Orale eine größere Rolle gespielt und erst recht die Afroamerikaner und später die Latinos hätten keinen Anteil an dieser schriftzentrierten Augenkultur gehabt. Auf dieser Basis beruhe die Dominanz von Männern über Frauen, von Weißen über Schwarze, von Anglos über Hispanics und von Protestanten über Katholiken und Juden.24 Hibbitts diagnostiziert eine Rückkehr auraler Metaphern und Kommunikationsformen, ausgelöst zunächst durch die tontechnischen Medien und aufgenom¬men insbesondere vom Feminismus, von Minderheiten und von kritischer Rechtstheorie. Als Folge des Eindringens dieser Min¬derheiten in das Rechtssystem konstatiert er für die amerikanische Rechtssprache einen Wandel von visuellen zu auralen Metaphern. Recht muss zur Sprache gebracht werden, es wird zur Sache von »Voice«, Fairness verlangt nach »hearing« und sorgfältigem »listening«. Das Recht, sei es vor Gericht, sei es im Verhältnis zwischen Anwalt und Klient, wird zunehmend als Dialog, als Diskurs, als talk, conversation und storytelling angesprochen. Eine feministische Juristin schreibt: »… imagine … writing a law review article embodying the sponteneity of jazz, the earthiness of blues, or the vibrancy of salsa«.25 Letztlich, so Hibbitts (S. 98), erwarte man aus dem Zusammenklang vieler Stimmen in vielerlei Situationen ein pluralistisches Recht, das in einem Anflug von Lyrik polyphon genannt worden sei.
Diese Diagnose ist nur teilweise überzeugend. Es ist sicher zutreffend, dass die Minderheiten oder gar Mehrheiten, denen die Schreibkompetenz der Eliten fehlte, in der Kommunikation stärker auf das Ohr angewiesen waren und sind. Es ist wohl auch richtig, dass »kritische« Jurisprudenz eine Gegenposition zur etablierten Schriftkultur einzunehmen versucht. Aber Hibbitts differenziert nicht genügend zwischen der Schmalspur-Visualität des Schriftgebrauchs und dem Ikonischen, das möglicherweise dem ursprünglich Auralen viel näher steht als die künstliche Visualität der Schrift. Im Übrigen bleiben die in imponierender Fülle der vorge¬brachten Belege anekdotisch. Zu jedem Beispiel gibt es Gegenbeispiele, so dass sich mit ihnen Trends der behaupteten Art kaum belegen lassen. Aber unbestreitbar ist wohl doch, dass der Status der Juristen, insbesondere derjenige ihrer Elite, in ganz spezifischer Weise mit der Beherrschung von Wort und Schrift verknüpft ist.
(Fortsetzung folgt.)

  1. Klaus F. Röhl: Zur Ökonomie der Rechtsvisualisierung. Beitrag in Recht anschaulich, 20. Juni 2010. Das »Panorama Strafrecht« von Klaus Volk, Florian Holzer und Simon Heller (2007) ist vom Markt verschwunden. Eric Hilgendorf hat dem ersten Band seines DTV-Atlas Recht (Grundlagen, Staatsrecht, Strafrecht, 2003, 2. Aufl. 2008) 2008 einen zweiten Band zum Verwaltungsrecht und Zivilrecht folgen lassen. Die Bücher werden aber auf der Internetseite des Verlages nicht mehr angeboten. Einzig das Workbook BGB von Werner Unger mit vielen Schaubildern wird noch weitergeführt. Die Firma Juravista (www.iuravista-webservices.com) hat sich anscheinend auf das Webdesign und andere Dienstleistungen für Juristen verlegt.
  2. Über das Scheitern unseres eigenen Comic-Experiments berichten wir in: Eric Hilgendorf (Hg.): Beiträge zur Rechtsvisualisierung. Berlin: Logos-Verl., 51–121.
  3. Beitrag von Robert Richards vom 2. 8. 2010.
  4. Das Bild stammt von der Internetseite der Autoren »Computational Legal Studies«. Dazu Michael James Bommarito/Daniel Martin Katz, Mathematical Approach to the Study of the United States Code, Physica A 389, 2010, 4195–4200, verfügbar in SSRN.
  5. Susanne Hoogwater, Forumsbeitrag vom 10. 3. 2010.
  6. Dazu Stefan Ulbrich: Law-Vodcasting – Fortschritt, aber kein Durchbruch. Beitrag in Recht anschaulich, 8. November 2008.
  7. Brunschwig, Legal Information Films for the General Public – Film Project at Coventry University Law School, Forumsbeitrag vom 21. 4. 2011. Besonders für Kinder und Jugendliche bieten sich Bilder an. Zur Vorbereitung eines Schulbuchs haben Caroline Walser Kessel und Maria Crespo Kinder ihre Rechtsvorstellungen zeichnen lassen: »Visualisierung von Rechtsnormen durch Kinder – Darstellung ihres Fairness- und Gerechtigkeitssinns« (Forumsbeitrag vom 21. 1. 2010).
  8. 18 solcher Filme, die jeweils ein bekanntes Rechtsproblem illustrieren, haben die Referendare Matthias Frohn und Peter Reinike unter dem Namen Tele-Jura seit 2008 mit Laiendarsteller aufgenommen und ins Internet gestellt.
  9. Das will nicht viel heißen. Meine Kenntnis reicht nicht viel weiter als in dem Tagungsbericht »Visualisierung in der Rechtspraxis« vom 9. 12. 2009 wiedergegeben.
  10. Aiman Khalil, Visuelle Jurisprudenz, 2011, S. 165.
  11. Nils Hullen, Elektroautos müssen in den USA bald geräuschvoll fahren, Forumsbeitrag vom 18. 12. 2010.
  12. Alan Hyde, Bodies of Law, Princeton, N.J 1997.
  13. Pheng Cheah/David Fraser/Judith Grbich (Hg.), Thinking through the Body of the Law, Washington Square, N.Y 1996.
  14. Lionel Bently/Leo Flynn (Hg.), Law and the Senses, Sensational Jurisprudence, London , Chicago 1996.
  15. Kristina Stern, Law and the Lack of Sense, in: Lionel Bently/Leo Flynn (Hg.), Law and the Senses, Sensational Jurisprudence, London , Chicago 1996, S. 42-61.
  16. Spyros Maniatis, Scents as Trademarks: Propertisation of Scents and Olfactory Poverty, in: Lionel Bently/Leo Flynn (Hg.), Law and the Senses, Sensational Jurisprudence, London, Chicago 1996, S. 217-235. Eine neuere juristische Dissertation (Cathrin Isenberg, Die Geruchsmarke als Gemeinschaftsmarke Schutzfähigkeit und Einsatzmöglichkeiten, 2011) Gerüche als Wirtschaftsgüter zu nutzen und dazu Geruchsmarken eintragen zu lassen.
  17. Alan Hunt, Regulating Taste, in: Lionel Bently/Leo Flynn (Hg.), Law and the Senses, Sensational Jurisprudence, London , Chicago 1996, S. 236-254.
  18. Lionel Bently, Introduction, in: Lionel Bently/Leo Flynn (Hg.), Law and the Senses, Sensational Jurisprudence, London , Chicago 1996, S. 1-17.
  19. Dazu etwa David Howes, Sensual Relations. Engaging the Senses in Culture and Social Theory, Ann Arbor 2003, Kapitel 1 und 2.
  20. Bently a. a. O. S. 5.
  21. Bernard J. Hibbitts, Senses of Difference: A Sociology of Metaphors in American Legal Debate, in: Lionel Bently/Leo Flynn (Hg.), Law and the Senses, Sensational Jurisprudence, London, Chicago 1996, S. 97-122. Ausführlicher schon in: Making Sense of Metaphors: Visuality, Aurality, and the Reconfiguration of American Legal Dis-course, Cardozo Law Review 16, 1994, 229-356, und besonders prononciert in dem Vortrag »The Re-vision of Law: The Pictorial Turn in American Legal Culture«.
  22. 1996, 98. Inzwischen gibt es ja auch bei uns einige schöne Beschreibungen des Metapherngebrauchs in der Rechtssprache. 2003 erschien von Michael Stolleis »Das Auge des Gesetzes« und 2005 von Cordula Kleinhietpaß »Metaphern der Rechtssprache«. Ferner das Kapitel »Visualisierte Metaphern« in Röhl/Ulbrich, Recht Anschaulich, 2007, 128ff.
  23. Der Ausdruck ist eigentlich belegt für Bilder, die ihrerseits als Metaphern für andere Bilder dienen (vgl. z. B. Aldrich, Visuelle Metapher, in: Haverkamp, Hrsg., Theorie der Metapher, 1986, S. 142-162). Daher sollte im Deutschen von visualisierbaren oder bildhaften Metaphern sprechen.
  24. A. a. O. S. 265.
  25. Regina Austin, zitiert nach Hibbitts, 1996, S. 109.
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Klaus F. Röhl: Wer nicht sehen will, muss fühlen. Eine Kritik der Rede vom multisensorischen Recht (Teil III). Beitrag in Recht anschaulich, 10. Februar 2012, abrufbar unter http://recht-anschaulich.lookingintomedia.com/?p=1658
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